Horizont 2020

EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

„Horizont 2020“ ist das 8. Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union. Mit einem Gesamtbudget von rund 80 Milliarden Euro (inklusive EURATOM) werden von 2014 bis 2020 Forschung und Innovation auf europäischer Ebene gefördert. „Sichere, saubere und effiziente Energie“ ist eine der Gesellschaftlichen Herausforderungen in Horizont 2020.

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Horizont 2020: Das 8. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

In Horizont 2020 werden Forschung und Innovation im Kontext der politischen Ziele der Europäischen Union gefördert. Der Förderschwerpunkt liegt auf Innovationen. Das Ziel sind konkrete Umsetzungsmaßnahmen des Klima- und Energierahmens bis 2030 der Europäischen Union. Damit soll eine dauerhaft sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung gesichert werden.

Die Struktur von Horizont 2020 enthält drei Säulen:

  1. Wissenschaftsexzellenz
  2. Führende Rolle der Industrie
  3. Gesellschaftliche Herausforderungen.

Daneben gibt es weitere Aktivitäten und Ziele: Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) setzt Forschungsaufträge um und bietet so der Politik eine verlässliche Entscheidungsbasis. Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) vernetzt Bildung, Forschung und Innovation. Forschungs- und innovationsschwächere Regionen sollen an das Spitzenniveau herangeführt werden. Außerdem sollen Wissenschaft, Forschung und Innovation stärker in der Gesellschaft verankert werden.

„Sichere, saubere und effiziente Energieversorgung“ lautet der Titel des Themenbereichs (nicht-nukleare) Energien, der unter dem dritten Schwerpunkt „Gesellschaftliche Herausforderungen“ in Horizont 2020 verankert ist. Eine der Schlüsselherausforderungen der Zukunft ist eine kohlenstoffarme, ressourceneffiziente und klimaneutrale Energieversorgung. Der politisch-strategische Rahmen für alle Energiethemen in Horizont 2020 ist der Strategische-Energie-Technologie-Plan der Europäischen Union (SET-Plan). Dieser integriert die europapolitischen Klimaschutzziele der Energie Union und unterstützt so deren Umsetzung. Die zentralen Förderschwerpunkte der „Challenge Energy“ sind:

  1. Erneuerbare Energien
  2. Energieeffizienz
  3. Verbraucher, Intelligente Städte und Energiesysteme
  4. CO2-emissionsfreie fossile Kraftwerke und energieintensive Industriezweige

Einstieg in die Antragsstellung

Die Beteiligungsregeln (rules for participation) umfassen die generellen Rechte und Pflichten für die Teilnahme an Horizont 2020. Sie bilden die rechtliche Grundlage für die Durchführung der geförderten Forschungsprojekte.

An Horizont 2020 beteiligen können sich Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstitute oder Unternehmen und auch Interessenorganisationen, Städte und Gemeinden sowie andere Rechtspersonen eines EU-Mitgliedstaats, eines assoziierten Staats oder eines Drittlandes. Die in Horizont 2020 als Verbundprojekte durchgeführten Maßnahmen sind Forschungs- und/oder Innovationsmaßnahmen, an denen sich Konsortien mit mindestens drei voneinander unabhängigen Einrichtungen aus jeweils drei unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Staaten beteiligen. In ausgewiesenen Fällen ist auch eine Einzelförderung möglich, so zum Beispiel im Bereich der Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen und im Rahmen des Instruments zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen. Eine Förderung von Projektpartnern aus Drittstaaten ist nur in bestimmten Ausnahmefällen zulässig. Die Anforderungen an die Teilnahme sind im Arbeitsprogramm der „Challenge Energy“ aufgeführt.

Die Einreichung von Anträgen ist ausschließlich im Rahmen einer offenen Ausschreibung möglich. Die Ausschreibungen der „Challenge Energy“ werden für die Laufzeit von Horizont 2020 in mehrjährigen, aufeinander folgenden Arbeitsprogrammen veröffentlicht. Das dritte und letzte Arbeitsprogramm von Horizont 2020 umfasst den Zeitraum von 2018 bis 2020.

Im Arbeitsprogramm der „Challenge Energy“ sind die Ausschreibungen im Themenbereich Energie in sogenannten Calls veröffentlicht. Diese Calls beinhalten konkrete Themen (Topics), zu denen zu festgelegten Fristen (Deadlines) Projektanträge eingereicht werden können. Die Topics sind in der Regel folgendermaßen strukturiert:

  • „Specific Challenge“
  • „Scope“
  • „Expected Impact“
  • „Type of Action“ (Maßnahmentyp)
  • „Indicative Budget“ (Richtwert für das veranschlagte Budget für ein Projekt)

Es gibt unterschiedliche Antragsverfahren, die im Arbeitsprogramm für die jeweilige Ausschreibung vorgegeben werden. Für die „Challenge Energy“ gibt es einstufige und zweistufige Antragsverfahren:

  • Einstufiges Antragsverfahren: Der Antragsteller reicht den vollständigen Antrag zur Einreichungsfrist ein.
  • Zweistufiges Antragsverfahren: Zunächst wird ein Kurzantrag zur Einreichungsfrist eingereicht. Nur die Konsortien, deren Projektanträge positiv bewertet worden sind, werden danach zur Einreichung des Vollantrages eingeladen.

In der „Challenge Energy“ unter Horizont 2020 werden unterschiedliche Maßnahmentypen unterschieden:

  • Forschungs- und Innovationsmaßnahmen (RIA)
  • Innovationsmaßnahmen (IA)
  • Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (CSA)
  • Programme kofinanzierter Maßnahmen (Programme-Cofund-Actions, wie zum Beispiel ERA-NET Cofund).

In Horizont 2020 beträgt die einheitliche Förderquote je Projekt 100 Prozent für alle direkten Projektkosten bei Forschungs- und Innovationsvorhaben bzw. 70 Prozent bei marktnahen Projekten (IA) (100 Prozent bei Non-Profit-Organisationen). Zur Abdeckung der förderfähigen indirekten Kosten wird eine Pauschale von 25 Prozent auf die direkten Kosten gewährt.

Die Anträge für Horizont 2020 sind klar strukturiert und alle formalen Vorgaben müssen genau eingehalten werden, wie die thematischen Anforderungen auch. Der Projektantrag, den die Europäische Kommission als Online-Formular im Teilnehmerportal zur Verfügung stellt, unterscheidet sich abhängig vom Maßnahmentyp der Ausschreibung.

Der Projektantrag gliedert sich in fünf Abschnitte, von denen die ersten drei den Begutachtungskriterien entsprechen:

  • Excellence
    • Relevanz und Klarheit der Projektziele
    • Stichhaltigkeit des Projektkonzeptes
    • Grad des Innovationspotenzials
    • Glaubwürdigkeit des Projektansatzes
  • Impact
    • Berücksichtigung der von der Europäischen Kommission erwarteten Impacts gemäß der Topic-Beschreibungen im Arbeitsprogramm
    • Steigerung der Innovationskapazität und Einbeziehung neuen Wissens
    • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums von Unternehmen
    • Effektivität der vorgeschlagenen Maßnahmen
  • Implementation
    • Stimmigkeit und Effektivität des Arbeitsplans einschließlich angemessener Verteilung von Aufgaben und Ressourcen
    • Ergänzung der Partner-Kompetenzen im Konsortium
    • Angemessene Management-Strukturen und Management-Prozesse einschließlich Risiko- und Innovationsmanagement

Eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Projektantrag ist die Zusammensetzung des Konsortiums. Die Kompetenzbereiche der Projektpartner sollten sich ergänzen. Dabei sollen die Qualifikationen und Erfahrungen gemeinsam gebündelt werden, die für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts und die Erreichung der Projektziele notwendig sind.

Das Teilnehmerportal (Participant Portal) bietet eine Übersicht über alle Ausschreibungen in Horizont 2020 mit allen antragsrelevanten Informationen. Über dieses elektronische Portal werden die Antragsvorbereitung, der Vertragsabschluss und die Projektumsetzung abgewickelt.

Im Teilnehmerportal findet sich auch das H2020-Online-Manual, das die wichtigen Informationen zu den verschiedenen Aspekten der Antragsvorbereitung und Projektumsetzung übersichtlich und anschaulich darstellt.

Unabhängige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung begutachten die Projektanträge. Die Mitglieder der Gutachtergremien werden von der Europäischen Kommission bzw. den Exekutivagenturen der Kommission für die Bewertung ausgewählt. Bei entsprechenden Kompetenzen, Erfahrungen und Kenntnissen ist es auch Ihnen möglich, sich als Gutachterin oder Gutachter in der Datenbank zu registrieren. Die gewonnenen Erfahrungen können auch für Ihre eigene Antragstellung in Horizont 2020 hilfreich sein.

Es gibt drei zentrale Begutachtungskriterien, die in den Beteiligungsregeln für die Ausschreibungen im Arbeitsprogramm festgelegt sind: „Excellence“, „Impact“ und „Implementation“.

Weitere Informationen

Zur Ausgestaltung des Arbeitsprogramms 2018-2020 hat die Europäische Kommission Stakeholder befragt und die Mitgliedstaaten konsultiert. Die Ergebnisse wurden in informellen Arbeitspapieren zusammengefasst: dem „Strategic Programme Overarching Dokument“ und 17 thematischen „Scoping Papers“.

Das Strategic Programme Overarching Document führt für die Gesellschaftliche Herausforderung „Sichere, saubere und effiziente Energie" die folgenden Prioritäten für das Arbeitsprogramm 2018-2020 auf:

  • Boosting Europe's global leadership in renewable energy
  • Developing a smart citizen-centred energy system, including Smart Cities and Communities
  • Strengthening the efficient use of energy in buildings and industry
  • Decarbonising the use of fossil fuels.

Dazu korrespondieren die folgenden programmübergreifenden „Focus Areas“:

  • Building a low-carbon, climate resilient future
  • Connecting economic and environmental gains - the Circular Economy
  • Digitising and transforming European industry and services

Die oben aufgeführten Themenfelder sind im Scoping Paper: Secure, clean and efficient energ detaillierter aufgeführt. Das Scoping Paper beschreibt damit die strategische Ausrichtung der Gesellschaftlichen Herausforderung „Challenge Energy“.

Das Arbeitsprogramm 2018-2020 der „Challenge Energy“ unter Horizont 2020 wurde am 27. Oktober 2017 von der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Die Bezeichnung der Förderthemen (Topics) im Arbeitsprogramm der „Challenge Energy“ verrät Ihnen den Kontext:

Beispiel: LC-SC3-EE-1-2018-2019-2020

  • Schwerpunkt: LC (Low Carbon Future), CE (Circular Economy)
  • Programmteil: SC3 (Gesellschaftliche Herausforderung Energie)
  • Themen: EE (Energieeffizienz), ES (Energiesysteme), RES (Erneuerbare), SCC (Intelligente Städte und Gemeinden), EC (Konsumenten), NZE (Verringerung des CO2-Ausstoßes)
  • Nummer: fortlaufend
  • Jahr(e): Jahr(e) der Ausschreibungsfrist