Bürgernahe Energiesysteme in Intelligenten Städten und Gemeinden

Citizen-centred energy system and „Smart Cities and Communities“

Verbraucher und Erzeuger von erneuerbaren Energien spielen eine zentrale Rolle bei der Energiewende. Für eine sichere, bezahlbare und effiziente Energieversorgung kommt den Städten und Gemeinden eine Schlüsselfunktion zu – nicht nur als urbaner Ballungsraum, sondern auch aufgrund der Zuständigkeiten für Planung und Entwicklung. Das Arbeitsprogramm 2018-2020 der „Challenge Energy“ unter Horizont 2020 richtet sich daher explizit auch an Verbraucher und Erzeuger, Bürger, Städte und Gemeinden sowie Energieversorger.

Quelle:  Annasunny/iStock/Thinkstock

Im November 2016 hat die Europäische Kommission ein umfangreiches Paket an Gesetzesvorschlägen und flankierenden Maßnahmen zum Thema „Saubere Energie für alle Europäer“ vorgelegt, dem sogenannten „Winterpaket“. Darin wird der Verbraucher beim Übergang zu sauberen Energien in den Mittelpunkt gestellt.

Der Verbraucher soll sich stärker im Energiesystem engagieren, bewusster Energie verbrauchen und auf Marktsignale entsprechend reagieren. Das Arbeitsprogramm 2018-2020 der „Challenge Energy“ unter Horizont 2020 adressiert diese Herausforderung mit dem Thema „Intelligente und saubere Energie für Verbraucher“.

Zur Umsetzung der ambitionierten gesetzlichen Vorschläge des obengenannten „Winterpakets“ sind Unterstützungsmaßnahmen erforderlich, die unter anderem im Förderthema „Intelligente bürgernahe Energiesysteme“ des Arbeitsprogramms 2018-2020 der „Challenge Energy“ aufgenommen wurden. Diese Förderthemen adressieren insbesondere eine intelligente und flexible Energieversorgung. Diese muss dem Anspruch genügen, fluktuierende Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu integrieren und gleichzeitig an den Bedarf der Verbraucher angepasst zu sein.

Ein Großteil der europäischen Bevölkerung lebt in urbanen Räumen. Daher spielen Städte und Gemeinden eine zentrale Rolle für die sichere, bezahlbare und effiziente Energieversorgung in Europa. Durch integrierte Lösungen wird der Weg für eine kohlenstoffarme und energieeffiziente Wirtschaftsweise geebnet. In diesem Kontext bedeutet „Intelligenz“ nicht nur eine intelligente Stadtplanung, sondern auch intelligente Mobilitätskonzepte, mit einem zunehmenden Anteil an Elektromobilität, und die „Digitalisierte Stadt“. Im Arbeitsprogramm der „Challenge Energy“ wird das Förderthema „Smart Cities and Communities“ auch 2018-2020 fortgesetzt.

Fördermöglichkeiten

Intelligente und saubere Energie für Verbraucher

Bestehende regulatorische Hemmnisse und Marktbarrieren für Verbraucher müssen abgebaut werden. Um Verbraucher zu aktiven Marktteilnehmern zu machen, sind innovative Ansätze zur Einbindung und Unterstützung notwendig. Dabei ist es entscheidend, die Verbraucher zu verstehen – sowohl ihre Haltung zum Thema Energieeffizienz als auch das konkrete Verhalten in der Energienutzung. Von besonderer Bedeutung für Forschungs- und Innovationsprojekte ist ein Verständnis dafür, wie Verbraucher die Stromversorgungsnetzte und die entsprechenden Dienstleistungen verstehen, nutzen und wertschätzen.

Bereits jetzt werden Dienstleistungen zur Energieeffizienz auf dem Markt angeboten, sogenannte „Energy Efficiency Services“ – zum Beispiel „Energy Performance Contracting“ (EPC). Ziel ist es, neue Services anzubieten, die Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, um den Energieverbrauch zu kontrollieren und zu steuern – und zwar mit Blick auf die Einspeisung erneuerbarer Energien. Darüber hinaus sollen diese Dienstleistungen mit nicht-energiebezogenen Vorteilen gekoppelt werden, wie etwa Komfort, um finanzielle Anreize zu schaffen.

Das europäische Energielabel hat die Entwicklung und den Absatz von energieeffizienten Produkten stark gefördert und bietet dem Kunden die Möglichkeit einer bewussten vergleichenden Kaufentscheidung. Dieses Label hat allerdings eine nach oben abgeschlossene Skala von G bis A+++. Sobald die Produkte die höchste Effizienzklasse erreicht haben, wird keine weitere Innovation stimuliert. Daher soll das Energielabel in regelmäßigen Abständen umskaliert werden. Förderprojekte sollen diese Aktion durch geeignete Maßnahmen unterstützen.

2018 – Smart and clean energy for consumers

  • LC-SC3-EC-1: The role of consumers in changing the market through informed decision and collective actions
  • LC-SC3-EC-2: Mitigating household energy poverty

2018 - Energy efficiency is an energy source

  • LC-SC3-EE-13: Enabling next-generation of smart energy services valorising energy efficiency and flexibility at demand-side as energy resource
  • LC-SC3-EE-14: Socio-economic research conceptualising and modelling energy efficiency and energy demand

2018 - Support for policy-driven innovations

  • LC-SC3-EE-15: New energy label driving and boosting innovation in products energy efficiency

*Bitte beachten Sie, dass diese Informationen auf Basis des am 27. Oktobers 2017 von der Europäischen Kommission veröffentlichten Arbeitsprogramms 2018-2020 der "Challenge Energy" unter  Horizont 2020 zusammengestellt wurden. Versäumen Sie bitte nicht, sich im Teilnehmerportal aktuell über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Intelligente bürgernahe Energiesysteme

Die Europäische Kommission hat im November 2016 ihr sogenanntes „Winter“-Paket „Saubere Energie für alle Europäer“ für den Übergang zu umweltfreundlicher Energie vorgelegt. Zur Unterstützung der EU-Richtlinien und –Verordnungen dieses Pakets werden im Arbeitsprogramm 2018-2020 der „Challenge Energy“ zwei Aktionslinien definiert:

  • „Strommarkt und Verbraucher“ um Lösungen für die neuen EU-Richtlinien und -Verordnungen zum Energiesystem der Zukunft vorzubereiten und zu testen
  • „Dekarbonisierung lokaler Energiesysteme“ mit Fokus auf Heizen und Kühlen, Strom und Transport.

Die Gesetzesvorlagen werden in den kommenden Jahren im Europäischen Parlament und im Rat verhandelt. Deshalb ist die Kohärenz zu den entsprechenden Projekten in Horizont 2020 zwingend erforderlich. Die Europäische Kommission wird dazu ihre sogenannte BRIDGE initiative fortsetzen. In „BRIDGE“ kooperieren bereits abgeschlossene sowie laufende Projekte zu „Intelligenten Netzen“ und „Energiespeichern“ in Horizont 2020 um Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Nun bietet „BRIDGE“ eine Kooperationsplattform um Feedback an die politischen Entscheidungsträger zu organisieren.

2018 – Smart citizen-centred energy system

  • LC-SC3-ES-3: Integrated local energy systems (Energy islands)
  • LC-SC3-ES-4: Decarbonising energy systems of geographical Islands
  • LC-SC3-ES-5: TSO - DSO - Consumer: Large-scale demonstrations of innovative grid services through demand response, storage and small-scale (RES) generation
  • LC-SC3-ES-7: Pan-European Forum for R&I on Smart Grids, Flexibility and Local Energy Networks

*Bitte beachten Sie, dass diese Informationen auf Basis des am 27. Oktobers 2017 von der Europäischen Kommission veröffentlichten Arbeitsprogramms 2018-2020 der "Challenge Energy" unter  Horizont 2020 zusammengestellt wurden. Versäumen Sie bitte nicht, sich im Teilnehmerportal aktuell über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Intelligente Städte und Gemeinden

Für die erfolgreiche Energiewende in Städten und Gemeinden müssen Energiesysteme integriert und die Gesamtenergieeffizienz signifikant gesteigert werden. Das Ziel ist die europaweite Implementierung von sogenannten „Positive Energy Districts“ bis 2050, die ein integraler Bestandteil des Energiesystems sein sollen. (die Definition der „Positive Energy Districts“ finden Sie im Arbeitsprogramm 2018-2020 der „Challenge Energy“)

Beim Thema „Smart Cities and Communities“ werden Projekte gefördert, in denen sogenannte „Lighthouse Cities“ eng mit sogenannten „Follower Cities“ kooperieren und diesen helfen, erfolgreiche Ansätze und Maßnahmen der Städtevision 2050 nachzuahmen und an die unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten anzupassen.

2018 – Smart Cities and Communities

  • LC-SC3-SCC-1: Smart Cities and Communities

*Bitte beachten Sie, dass diese Informationen auf Basis des am 27. Oktobers 2017 von der Europäischen Kommission veröffentlichten Arbeitsprogramms 2018-2020 der "Challenge Energy" unter  Horizont 2020 zusammengestellt wurden. Versäumen Sie bitte nicht, sich im Teilnehmerportal aktuell über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Energiepolitischer Kontext

Städte und Gemeinden leisten einen wichtigen Beitrag bei der Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen: für den Ausbau erneuerbarer Energien müssen unter anderem Flächen neu ausgewiesen oder überplant werden. Ein Großteil des Gebäudebestandes ist energetisch zu sanieren. Die kommunalen Aufgaben reichen von der energetischen Optimierung von Gebäuden über die Ausarbeitung energetischer Quartierskonzepte bis hin zu kommunalen Klimaschutzkonzepten.

Für Forschung und Innovation zu erneuerbaren Energien sind die 2030-Ziele der Energy Union richtungsweisend. So sollen die Treibhausgas-Emissionen deutlich verringert werden. Hierzu haben sich die Mitgliedstaaten im gemeinsamen Klima- und Energierahmen verpflichtet, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) im Vergleich zu 1990 verbindlich um mindestens 40 Prozent zu senken. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 27 Prozent. Förderprojekte zum Thema „Intelligente bürgernahe Energiesysteme“ sollen einen Beitrag dazu leisten, die Kapazität der Netze für einen höheren Anteil an Erneuerbaren auszurichten. Darüber hinaus soll die Dekarbonisierung des Energiesystems auf geografischen Inseln und Lokal auf dem Festland durch verstärkte Nutzung lokaler erneuerbarer Energien vorangetrieben werden.

Die 2030-Ziele der Energy Union wurden 2015 im Rahmen der UN-Klimakonferenz „COP 21“ in Paris konsolidiert.

Der „Strategic Energy Technology Plan“ (SET-Plan) führt die 2030-Ziele der Energy Union in sogenannten Key Actions genauer aus. Spezifische Ziele der Key Actions werden in sogenannten „Declarations of Intent“ formuliert. Diese können Sie auf SETIS, dem „SET-Plan Information System“ nachlesen.

  • Declaration of Intent der Key Action 3: neue Technologien und Dienstleistungen für Verbraucher, unter anderem durch „Intelligente Städte und Gemeinden mit energiepositiven Quartieren“ (3.2)
  • Declaration of Intent der Key Action 4 : Belastbarkeit und Sicherheit des Energiesystems mit „optimierten Energieversorgungsnetzten“ (4.1) und „integrierten lokalen und regionalen Energiesystemen“ (4.2).

     

Als größte urbane Energie- und Klimainitiative vereinigt der „Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie“ tausende von lokalen und regionalen Behörden, die sich gemeinsam dazu verpflichten, die Energie- und Klimaziele der Europäischen Union umzusetzen. Die Unterzeichner des Konvents stimmen drei Visionen für 2050 zu:

  • Klimaschutz: schnelle Dekarbonisierung in Stadt und Land
  • Anpassung an den Klimawandel: verstärkte Anpassungsfähigkeit an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels
  • Sichere, nachhaltige und erschwingliche Energieversorgung: mehr Energieeffizienz, Ausbau erneuerbarer Energien und verbesserter Zugang zur Energieversorgung.

Covenant of Mayors

Weitere Informationen

Die Europäische Kommission hat die „Smart Grids Task Force“ 2009 zu Fragen der Entwicklung und Bereitstellung Intelligenter Netze gegründet. Die Task Force besteht aus fünf Expertengruppen. Die Arbeit der Task Force unterstützt die EU bei der Politikgestaltung in diesem Themenbereich.

Smart Grids Task Force

Die EIP-SCC bringt Städte, Industrie und Bürger zusammen um das urbane Leben durch nachhaltigere und integrierte Konzepte zu verbessern. Wichtige Themen sind angewandte Innovation, verbesserte Planung, Partizipation, Energieeffizienz, Mobilität und intelligente Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.

EIP-SCC

Kontakt

Ute Micke

02461 61-5272
u.micke@fz-juelich.de

Dr. Doris Thiemann

02461 61-96997
d.thiemann@fz-juelich.de